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August / September 2021

 

Wie sich Homeoffice absetzen lässt

 

Wie kann man den Fiskus an erhöhten Wohnungskosten beteiligen, gerade in 2020, wo Homeoffice aufgrund der Pandemie im Vordergrund stand.

 

Es gilt: hat der Arbeitnehmer einen eigenständigen Raum als Arbeitszimmer genutzt und entsprechend eingerichtet, gilt der "Arbeitszimmer-Paragraph" des Einkommsteuergesetzes.

Danach dürfen die Kosten des Zimmers unbeschränkt als Werbungskosten abgezogen werden, wenn dieses der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit war.

Das trifft zu, wenn komplett oder überwiegend von zu Hause aus gearbeitet und nur gelegentlich die Firma aufgesucht wurde. Als Nachweis dafür dient eine Bescheinigung des Arbeitgebers, über geleistete Homeoffice-Tage.

 

Bei einem Tätigkeitsschwerpunkt in der Firma, kann der Arbeitnehmer die Kosten seines häuslichen Arbeitszimmers beschränkt mit maximal 1.250 € pro Jahr als Werbungskosten abrechnen.

 

Stand im zu Hause des Arbeitnehmers kein eigenständiger Raum als Arbeitszimmer zur Verfügung, sondern wurde z.B. im Wohnzimmer gearbeitet, kann die Homeofficepauschale von bis zu 600 € pro Jahr geltend gemacht werden (je 5€ pro Tag für maximal 120 Homeofficetage).

 

Wurde an Arbeitstagen erst die Firma aufgesucht und später im Homeoffice weiter gearbeitet, kann für diese Tage keine Homeofficepauschale beantragt werden. Hier wird die Pendlerpauschale angesetzt.

 

Juli 2021

 

Neues aus dem Bundesfinanzministerium

 

Liebhabereiwahlrecht bei kleinen Fotovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerken

 

Das Bundesfinanzministerium gewährt Betreibern von kleinen Fotovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerken ein neues steuerliches Wahlrecht. Es kann ein Antrag gestellt werden, dass ein einkommensteuerlich unbeachtlicher Liebhabereibetrieb vorliegt.

 

Folge: Die Gewinnermittlung der Anlage EÜR ist damit nicht mehr erforderlich.

 

Dabei sollten zwei Besonderheiten beachtet werden, sofern ein Mandant die Voraussetzungen erfüllt:

 

* Steuerbescheide der Vergangenheit werden geändert, wenn diese noch änderbar sind (unter Vorbehalt der Nachprüfung §164 AO). Dies kann jedoch zu Nachzahlungen führen, sofern für die Jahre aus dem Betrieb der Fotovoltaikanlage oder des Blockheizkraftwerkes Verluste erzielt wurden.

 

* Umsatzerklärungen müssen trotz Einstufung als Liebhabereibetrieb weiterhin ans Finanzamt übermittelt werden.

 

 

Juni 2021

 

Dienstwagen im Homeoffice

 

Können Dienstwagen auch für private Fahrten genutzt werden, müssen diese mit einem geldwerten Vorteil versteuert werden.

 

Bei Anwendung der 1%-Regel muss monatlich 1% des Kfz- Bruttolistenpreises als Lohn angesetzt werden, zzgl 0,03% des Listenpreises für jeden Entfernungskilometer zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.

 

In Corona-Zeiten und Zeiten von Homeoffice kann dieser Nutzungsvorteil nachträglich herabgesetzt werden.

 

Kann der Arbeitnehmer nachweisen, dass er weniger Fahrten, als die grundsätzlich 180 angenommenen Tage mit Fahrten zur Arbeitsstätte, welche als Basis für die 0,03% Regel angenommen werden, kann der Arbeitnehmer eine günstigere Einzelbewertung der Fahrten mit 0,002% des Listenpreises pro Entfernungskilometer erreichen. So ist es möglich zu viel einbehaltene Lohnsteuer über den Einkommensteuerbescheid zurückerstattet zu bekommen.

 

Hierfür muss der Arbeitnehmer darlegen, an welchen Tagen der Dienstwagen tatsächlich für Fahrten zur Arbeitsstätte genutzt wurde. Zudem muss er glaubhaft machen, wie der Arbeitgeber den Vorteil bisher versteuert hat (bspw. durch Vorlage der Gehaltsabrechnung).

 

 

 

Mai 2021

 

Geänderte Nutzungsdauer ab 2021

für Computer und Software

 

Betrieblich oder beruflich genutzte Wirtschaftsgüter müssen nach dem Einkommensteuergesetz nur dann über mehrere Jahre abgeschrieben werden, wenn sich ihre Nutzungsdauer auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt.

 

Bei kürzerer Dauer dürfen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten "auf einen Schlag" als Betriebsausgaben oder Werbungskosten geltend gemacht werden. Bisher war über 20 Jahre festgeschrieben, dass solche Güter über eine Nutzungsdauer von drei Jahren abzuschreiben sind.

 

Gemäß Schreiben des BMF wird die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer für PC-Hard- und Software zur Dateneingabe- und Verarbeitung auf ein Jahr herabgesetzt.

 

Die Regelung gilt für Desktop-Computer, Notebooks, Thin-Clients, Workstations, Dockingstations, externe Datenspeichergeräte, Netzteile sowie Peripheriegeräte (bspw. Tastaturen, Scanner, Headsets).

 

Im Bereich der Software sind Betriebs- und Anwendersoftware zur Dateneingabe und Verarbeitung begünstigt, darunter ERP- und WWS- Software, oder sonstige Anwendersoftware zur Unternehmensverwaltung oder Prozesssteuerung.

 

Die Abschreibung ist erstmals für Wirtschaftsjahre nach dem 31.12.2020 endent, anwendbar. Es darf auf Wirtschaftsgüter angewandt werden, die vor 2021 angeschafft wurden und denen bisher eine längere Nutzungsdauer zugrunde gelegt wurde.

 

Bedeutet, dass alle im BMF Schreiben festgelegten Wirtschaftsgüter im Jahr 2021 steuerlich vollständig abgeschrieben werden dürfen.  Entsprechende Regelungen sind ab dem Veranlagungszeitraum 2021 auch auf Wirtschaftsgüter anwendbar, sofern diese beruflich oder betrieblich genutzt werden.